November 23, 2015

Christmas is Coming: Das Statement einer ehemaligen Verkäuferin



Weihnachten steht vor der Tür und damit auch die Zeit der Weihnachtseinkäufe. Leider besteht Weihnachten inzwischen aus mehr als nur Besinnlichkeit und Plätzchen.  Der Einzelhandel hat seine wichtigste Saison. Während meiner Zeit als Verkäuferin fühlte man sich, bei der morgendlichen Ansprache, ein wenig wie vor großen, mittelalterlichen Schlachten. Der Abteilungsleiter steht vor einem, erzählt von den letzten Umsatzzahlen und bereitet einen auf die aufkommende Kundenschar mit Motivationspredigen vor und erläutert im Kurzen noch einmal die 10.000 Rabatt- und Bonusaktionen und wie diese mit der Kundenkarte kombiniert werden können oder auch nicht.
Wenn an den Samstagen im Advent die Türe öffnen geht der Kampf um den einen Ri- eh ich meine natürlich das eine Geschenk los.

Als Verkäufer hat man es da alles andere als leicht. Denn oftmals haben die Kunden selbst keinerlei Ahnung darüber, was sie eigentlich suchen. Schenken ist ein Mysterium für sich scheinbar und man braucht einen Doktor um die Strategie hinter dem Schenken zu verstehen. Den Eindruck verschaffen einem zumindest die Gestalten, die ins besonders kurz vor dem Fest panisch durch die Kaufhäuser der Stadt rennen, in Erwartung die Idee könnte beim Betrachten von Weihnachtsdekorationen oder anderen Artikeln kommen.  Bleibt die zündende Idee aus macht sich schnell Frust breit. Oder man hat noch so viel anderes zu erledigen, dass bereits 5 Minuten Schlange stehen an der Kasse zu viel für die Nerven ist.

Meistens wird der aufgestaute Frust an denjenigen ausgelassen, die nur ihren Job betreiben: Den Einzelhändlern.  Kann man dem Kunden nicht sofort das liefern, was er wünscht, ist man gleich ahnungslos und inkompetent in seinem Beruf.  Seitdem der E-Commerce so einen Aufschwung verzeichnet, wünscht sich der Kunde alles, was es Online gibt auch im Laden zu finden. Dieser Wunsch kann aber oftmals einfach aus Kapazitätsgründen nicht erfüllt werden.  Doch auch das stößt auf Unverständnis seitens des Kunden.

Versteht mich bitte nicht falsch: Natürlich gibt es auch Ausnahmen – sowohl bei den Kunden als auch bei den Verkäufern (im negativen Sinne). Doch es gibt auch viele, die sich bemühen Kunden nach bestem Willen zu helfen.  Ein Kunde jedoch sieht immer nur einen Verkäufer. Ein Verkäufer sieht aner über den Tag verteilt hunderte von Kunden.  Wenn 90 von 100 Kunden ihren Frust am Verkäufer auslassen, hat selbst der optimistischste unter Ihnen keine große Geduld mehr. Nicht zu wenig hört man von Kunden  Aussagen wie: „Ich hab keine Ahnung was Person XY bevorzugt! Das müssen Sie doch wissen!“. Woher soll denn ein Verkäufer wissen, was sich deine Mutter/Vater/Freundin o.ä. zu Weihnachten wünscht?! (Und nein, diese Aussage ist nicht ausgedacht. Leider habe ich diesen Satz sehr häufig von Kunden gesagt bekommen!)

Zudem ist es keine Seltenheit für den Einzelhändler alle 4 Adventssamstage inklusive Heilig Abend und Silvester zu arbeiten. Man geht auch hierbei an die körperlichen und geistlichen Grenzen. Jeder, der in irgendeiner Weise, und sei es als Aushilfe, zu Weihnachten im Einzelhandel gearbeitet hat, kann das nachvollziehen.

Daher machen mich Sprüche  wie „Verkäufer lernt wer sonst nichts kann“ oder „der/die Armselige arbeitet im Einzelhandel“ extrem wütend. Diese höre ich, seit ich aus dem Einzelhandel draußen bin, leider immer öfters. Von den körperlichen  Anstrengungen mal ganz abgesehen.
Diese Sprüche waren auch der Auslöser für diesen Blogeintrag. Denn wer wirklich einmal Verkäufer mit Leib und Seele war und im Herzen weiterhin ist, den verletzt sowas ungemein.

Von daher bitte ich euch bei euren Weihnachtseinkäufen dieses Jahr auch mal die Verkäufer zu beachten, die einfach nur versuchen euch, den Kunden, ein wenig Hilfe zu geben um jemanden, den ihr liebt, glücklich zu machen.


An dieser Stelle ein fettes Dankeschön an meine ehemaligen Kollegen und Kolleginnen aus einem großen Warenhaus in Frankfurt am Main. Seid stark und kämpft euch durch die Weihnachtszeit! Wenn ich es schaffe komm ich Heilig Abend mit Kuchen vorbei ♥

November 21, 2015

Christmas is Coming: Impressionen von der ChristmasWorld 2015

Anfang des Jahres hatte ich durch das tolle Team von MyCostumes (DANKE!) die Möglichkeit die PaperWorld und deren Partnermessen in Frankfurt zu besuchen. Diese stellen jedes Jahr im Januar/Februar die neuesten Trends für das aufkommende Fest 10 Monate vorstellen.Zum Einstimmen auf die besinnlichste Zeit des Jahres zeige ich euch mal ein paar Impressionen von der ChristmasWorld 2015 in Frankfurt ♥











November 20, 2015

Wedding is here: Das Brautkleid



Was lange währt wird endlich gut: endlich folgt ein Bericht über das Brautkleid. Während des Hochzeitsvorbereitungen konnte ich nicht viel darüber schreiben, da mein Mann es ja eventuell lesen oder Bilder sehen konnte. Doch nun sind wir seit knapp 5 Monaten verheiratet und er kennt das Kleid ja bereits ;)

Zur Kaufgeschichte:
Bei mir stand von Anfang an fest: Ich werde mein Kleid nicht selbst nähen! Das hat nichts mit Aberglauben oder ähnlichem zu tun, sondern damit, dass ich an meinen eigenen Nähwerken immer sämtliche Fehler bemerke. Mein Brautkleid jedoch sollte perfekt sein. Hätte ich es selber gemäht, hätte ich jeden Faden, jede falsche Naht sofort bemerkt und mich selbst dafür verantwortlich gemacht. Das wollte ich vehement vermeiden. Sollte ich an dem gekauften Kleid einen Fehler finden, wäre das nicht so problematisch: Es wäre ja nicht mein Fehler gewesen.
Ich weiß die Logik ist verwirrend, aber keiner hat behauptet, dass meine Gedankengänge einfach sind ;)

Als mein Bruder 2011 heiratete habe ich mir tatsächlich überlegt mein Kleid in Spanien anfertigen zu lassen. Schneiderkosten sind dort nicht wirklich hoch und individuelle Kleider dadurch weitaus erschwinglicher als in Deutschland. Problematik hierbei bestand jedoch darin: Ich hatte keinerlei Ahnung was für ein Kleid  ich möchte.  Also wollte ich den Massen an Hochzeitsläden doch noch eine Chance geben. Aber mehr als 1.500 € durfte es nicht kosten (Das Geld hatte ich mir mit Nebenjobs etc. zusammengespart).

Über Weihnachten 2014 sind mein Mann und ich meine Familie in Spanien besuchen gegangen. Da ich unbedingt meine Mama beim Kauf des Kleides dabei haben wollte, habe ich sie und meine Schwägerin eingepackt und wir sind am 2. Weihnachtsfeiertag (kein Feiertag in Spanien!) in die nächstgrößere Stadt gedüst und in den Brautmodeladen unserer Vertrauens gegangen. Dort hatte auch meine Schwägerin ihr Kleid 2011 gekauft. „Pronovias“ ist eine relativ bekannte Marke aus Spanien mit traumhaften Kleidern. Doch bei den Preisen stockte mir erst einmal der Atem. Natürlich hatte ich damit gerechnet, dass es teurer wurde, aber nicht mit solchen Preisen. Trotzdem wollte ich der Sache eine Chance geben, damit ich zumindest eine grobe Vorstellung bekommen konnte, welche Kleider mir so stehen.
Insgesamt hatte ich 6 Kleider an, welche vorher in einer Vorauswahl ausgesucht wurden. Jedes der Kleider war ein absolutes Traumkleid, so ein Kleid, wie ich sie immer bei Pinterest angeschmachtet hatte.  Ein Traum aus Spitze und Pailletten – aber sie waren nicht „meins“.

Zur Erläuterung: Jede Braut, mit der man redet, erzählt einem von diesem Moment, indem man DAS Kleid anhat und weiß: „Das ist es!“. Lasst euch sagen: Diesen Moment gibt es wirklich.

In diesen Traumkleidern fühlte ich mich nicht wohl, verkleidet, nicht als mich selbst. Es war, als ob ich eine Rolle spielte. Die Verkäuferin als auch meine Mutter merkten das sofort. Mein Kleid war einfach nicht dabei, auch wenn sich die Verkäuferin wirklich anstrengte um mir ein besseres Bild vom Endergebnis zu präsentieren (u.a. wurden mir auch  Ohrringe, Schmuck und Schuhe zur Verfügung gestellt). Irgendwann guckte die Dame mich an und rannte raus. Ich hörte sie noch sagen: „Warten Sie mal hier, ich glaub ich hab da was.“

Und da war es auf einmal: Mein Kleid.  

Es war überhaupt nicht so, wie ich es mir jahrelang erträumt hatte. Trotzdem war es perfekt. Ich sah es an und wusste, das soll es sein. Als ich es anzog war ich mir dessen sicher. Meine Mama sah das Kleid, sah mich an und meinte nur noch: „Wir haben es gefunden!“
Doch ich hätte keine spanische Mutter, wenn sie nicht auf einen Schleier bestanden hätte. Der Schleier hat dem Ganzen den letzten Schliff gegeben. 

Doch als uns der Preis genannt wurde, kam der Schrecken: Das konnte ich mir nie und nimmer leisten. Besonders nicht mit dem Schleier. Auf einmal nahm mich meine Mama zur Seite, zückte ihre Karte und zahlte. Ich war ziemlich perplex in dem Moment. Das war ihr Hochzeitsgeschenk an mich. Mein Kleid.  Ich konnte es nicht fassen. Meinen Schleier übernahmen meine Großeltern, so dass ich tatsächlich nichts zahlen musste!  Ein großartiges Geschenk

Danke meiner Mama an dieser Stelle♥ Danke für deine  Unterstützung und dass du den Brautkleidkauf mit mir mitgemacht hast ;)

Natürlich mussten in den darauffolgenden Tagen noch einige Änderungen durchgeführt werden aber ich war einfach glücklich und ziemlich nervös. Schließlich musste ich das Kleid und Details dazu vor meinem Mann verschweigen. Sein Wunsch war es, das Kleid erst an der Hochzeit an mir zu sehen und nicht vorher bereits. Dem Wunsch wollte ich natürlich nicht entgegenwirken.

Als ich das Kleid dann endlich abholen durfte kam die Erkenntnis: Das Ding muss ja mit nach Deutschland. Wir bekomme ich das Teil denn ins Gepäck?! In den Koffer wollte ich es ungern quetschen, zudem hätte das Kleid ja auch im Koffer verloren gehen können (Supergau!). Ein Anruf bei der Airline brachte und leider auch nicht weiter („Das muss vor Ort entschieden werden!“). Wir tüftelten Notfallpläne aus (Postweg oder mit dem Auto doch wieder nach Deutschland etc.). Am Flughafen dann die Erleichterung: Wir durften das Kleid im Handgepäck mitnehmen. Die Blicke der anderen Passagiere war natürlich nicht schlecht, denn der Kleidersack hatte, trotz der „Einklapp“-Funktion, eine gewisse Größe. Doch wir haben selbstverständlich Aufklärung betrieben. Als die Leute wussten, was in dem Kleidersack war, haben sie uns gratuliert und freuten sich mit uns.

Für mich ist und bleibt es mein Kleid. Mein perfektes Kleid ♥

 

P.S. Natürlich hatte ich auch meine "magischen Vier". 
Etwas Altes: Die Ohrringe, die meine Mama bei ihrer Hochzeit mit meinem Papa trug
Eltwas Neues: Das Kleid
Etwas Geliehenes: Ein Armband meiner Trauzeugin (Danke Desi ♥)
Etwas Blaues: Mein Strumpfband (und meine Brautjungfer Laura ♥)
 

November 06, 2015

Wollprojekt 2015 /2016 - Granny Square goes Super Mario Teil 1

Wer mich kennt, weiß, so ganz ohne Handarbeiten geht es nicht. Da ich dieses Jahr sehr meinem Studium, Cosplays und YUME beschäftigt war, blieb die Handarbeitsprojekte ein wenig auf dem trockenen.  Eines meiner Vorsätze für 2015(und voraussichtlich auch für 2016) war jedoch angefangene Projekte zu vollenden. Damit wird diesen Winter begonnen.

2012 habe ich, aufgrund meiner Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau im Bereich Heimtextilien, mir das Häkeln beigebracht. Im Gegensatz zum Stricken bin ich bis heute sehr unsicher beim Umgang mit nur einer Nadel. Also habe ich mir vorgenommen, ein  größeres Häkelprojekt zu starten um  etwas sicherer in der Technik zu werden. Im Sommer desselben Jahres kam der Trend der "Granny Squares".

Granny Squares,. für diejenigen die es nicht wissen, ist ähnlich wie Patchwork bei Stoffen. Man häkelt kleine Quadrate in verschiedenen Designs und näht diese dann zu kleinen Kunstwerken zusammen. Einige wundervolle Beispiele,was man alles damit machen kann, findet ihr bspw. auf Pinterest

Natürlich darf es nicht irgendeine Decke sein. Ein wenig Recherche angestellt, was denn so alles möglich ist und mein Lieblingsmotiv gefunden: Toad-Pilz aus Super Mario (SNES).
Für jedes Pixel, was man sieht, wird ein Granny Square gehäkelt.
Das wirkt wenig, ergibt in der Masse jedoch einiges!

Hautfarbene Squares: 28
Rote Squares: 44
Weiße Squares: 40
von den schwarzen Suqares brauchen wir gar nicht erst anfangen..

Damit die Decke auch ansehlich wird habe ich mich für Baumwollgarn entschieden. Bei solchen Charakter-Projekten bin ich ein großer Fan von Baumwollgarn, wie man bei der Minion Mütze bereits erkennen konnte.

Für dieses Projekt habe ich mich für das Baumwollgarn Camilla von Buttinette entschieden. Es ist der Catania Wolle von Schachenmayr sehr ähnlich.
Bestellmengen:
10 hautfarbene Knäul rot
20 rote Knäul
20 weiße Knäul
20 schwarze Knäul

Da kann das Häkeln ja losgehen ^__^

November 04, 2015

Hochzeitsgeschenk: Geldpralinen

Dieses Jahr ist wahrlich das Jahr der Hochzeiten. Neben meiner eigenen Eheschließung durfte ich an Halloween gleich der nächsten beiwohnen! Diesmal jedoch als Gast- eine schöne Abwechslung ;)

Wie ich bereits 2013 erwähnte, bin ich nicht der Typ für normale Geldumschläge. Schließlich sollte etwas Kreativität schon sein.
Plan A klappte aufgrund von Liederproblemen leider nicht. Also musste 4 Tage vor der Hochzeit Plan B her. Doch was tun in der Kürze der Zeit?
Ganz einfach: Geldpralinen! Geldpralinen ist eine ganz einfache aber doch hübsche Art und Weise Geschenke zu machen.

Alles was man braucht ist eine leere Pralinenschachtel, Pralinenpapier (gibt es u.a. bei REWE), Geldscheine und Centstücke als auch etwas für Dekoration der Schachtel. Bei der äußerlichen Gestaltung kann man sich kreativ austoben. Ob nun die Schachtel einfach unifarben gestaltet, mit Fotos ausstattet, bemalt oder gar in der Originalform lässt- jedes Design hat etwas für sich.

Den Deckel zeige ich euch nicht, da dort Bilder vom Brautpaar zu sehen sind. Aber ein Spruch, der musste dann doch auf den Deckel drauf: "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie was man bekommt!" (Inspiration von meinem Schwager ;D )