November 20, 2015

Wedding is here: Das Brautkleid



Was lange währt wird endlich gut: endlich folgt ein Bericht über das Brautkleid. Während des Hochzeitsvorbereitungen konnte ich nicht viel darüber schreiben, da mein Mann es ja eventuell lesen oder Bilder sehen konnte. Doch nun sind wir seit knapp 5 Monaten verheiratet und er kennt das Kleid ja bereits ;)

Zur Kaufgeschichte:
Bei mir stand von Anfang an fest: Ich werde mein Kleid nicht selbst nähen! Das hat nichts mit Aberglauben oder ähnlichem zu tun, sondern damit, dass ich an meinen eigenen Nähwerken immer sämtliche Fehler bemerke. Mein Brautkleid jedoch sollte perfekt sein. Hätte ich es selber gemäht, hätte ich jeden Faden, jede falsche Naht sofort bemerkt und mich selbst dafür verantwortlich gemacht. Das wollte ich vehement vermeiden. Sollte ich an dem gekauften Kleid einen Fehler finden, wäre das nicht so problematisch: Es wäre ja nicht mein Fehler gewesen.
Ich weiß die Logik ist verwirrend, aber keiner hat behauptet, dass meine Gedankengänge einfach sind ;)

Als mein Bruder 2011 heiratete habe ich mir tatsächlich überlegt mein Kleid in Spanien anfertigen zu lassen. Schneiderkosten sind dort nicht wirklich hoch und individuelle Kleider dadurch weitaus erschwinglicher als in Deutschland. Problematik hierbei bestand jedoch darin: Ich hatte keinerlei Ahnung was für ein Kleid  ich möchte.  Also wollte ich den Massen an Hochzeitsläden doch noch eine Chance geben. Aber mehr als 1.500 € durfte es nicht kosten (Das Geld hatte ich mir mit Nebenjobs etc. zusammengespart).

Über Weihnachten 2014 sind mein Mann und ich meine Familie in Spanien besuchen gegangen. Da ich unbedingt meine Mama beim Kauf des Kleides dabei haben wollte, habe ich sie und meine Schwägerin eingepackt und wir sind am 2. Weihnachtsfeiertag (kein Feiertag in Spanien!) in die nächstgrößere Stadt gedüst und in den Brautmodeladen unserer Vertrauens gegangen. Dort hatte auch meine Schwägerin ihr Kleid 2011 gekauft. „Pronovias“ ist eine relativ bekannte Marke aus Spanien mit traumhaften Kleidern. Doch bei den Preisen stockte mir erst einmal der Atem. Natürlich hatte ich damit gerechnet, dass es teurer wurde, aber nicht mit solchen Preisen. Trotzdem wollte ich der Sache eine Chance geben, damit ich zumindest eine grobe Vorstellung bekommen konnte, welche Kleider mir so stehen.
Insgesamt hatte ich 6 Kleider an, welche vorher in einer Vorauswahl ausgesucht wurden. Jedes der Kleider war ein absolutes Traumkleid, so ein Kleid, wie ich sie immer bei Pinterest angeschmachtet hatte.  Ein Traum aus Spitze und Pailletten – aber sie waren nicht „meins“.

Zur Erläuterung: Jede Braut, mit der man redet, erzählt einem von diesem Moment, indem man DAS Kleid anhat und weiß: „Das ist es!“. Lasst euch sagen: Diesen Moment gibt es wirklich.

In diesen Traumkleidern fühlte ich mich nicht wohl, verkleidet, nicht als mich selbst. Es war, als ob ich eine Rolle spielte. Die Verkäuferin als auch meine Mutter merkten das sofort. Mein Kleid war einfach nicht dabei, auch wenn sich die Verkäuferin wirklich anstrengte um mir ein besseres Bild vom Endergebnis zu präsentieren (u.a. wurden mir auch  Ohrringe, Schmuck und Schuhe zur Verfügung gestellt). Irgendwann guckte die Dame mich an und rannte raus. Ich hörte sie noch sagen: „Warten Sie mal hier, ich glaub ich hab da was.“

Und da war es auf einmal: Mein Kleid.  

Es war überhaupt nicht so, wie ich es mir jahrelang erträumt hatte. Trotzdem war es perfekt. Ich sah es an und wusste, das soll es sein. Als ich es anzog war ich mir dessen sicher. Meine Mama sah das Kleid, sah mich an und meinte nur noch: „Wir haben es gefunden!“
Doch ich hätte keine spanische Mutter, wenn sie nicht auf einen Schleier bestanden hätte. Der Schleier hat dem Ganzen den letzten Schliff gegeben. 

Doch als uns der Preis genannt wurde, kam der Schrecken: Das konnte ich mir nie und nimmer leisten. Besonders nicht mit dem Schleier. Auf einmal nahm mich meine Mama zur Seite, zückte ihre Karte und zahlte. Ich war ziemlich perplex in dem Moment. Das war ihr Hochzeitsgeschenk an mich. Mein Kleid.  Ich konnte es nicht fassen. Meinen Schleier übernahmen meine Großeltern, so dass ich tatsächlich nichts zahlen musste!  Ein großartiges Geschenk

Danke meiner Mama an dieser Stelle♥ Danke für deine  Unterstützung und dass du den Brautkleidkauf mit mir mitgemacht hast ;)

Natürlich mussten in den darauffolgenden Tagen noch einige Änderungen durchgeführt werden aber ich war einfach glücklich und ziemlich nervös. Schließlich musste ich das Kleid und Details dazu vor meinem Mann verschweigen. Sein Wunsch war es, das Kleid erst an der Hochzeit an mir zu sehen und nicht vorher bereits. Dem Wunsch wollte ich natürlich nicht entgegenwirken.

Als ich das Kleid dann endlich abholen durfte kam die Erkenntnis: Das Ding muss ja mit nach Deutschland. Wir bekomme ich das Teil denn ins Gepäck?! In den Koffer wollte ich es ungern quetschen, zudem hätte das Kleid ja auch im Koffer verloren gehen können (Supergau!). Ein Anruf bei der Airline brachte und leider auch nicht weiter („Das muss vor Ort entschieden werden!“). Wir tüftelten Notfallpläne aus (Postweg oder mit dem Auto doch wieder nach Deutschland etc.). Am Flughafen dann die Erleichterung: Wir durften das Kleid im Handgepäck mitnehmen. Die Blicke der anderen Passagiere war natürlich nicht schlecht, denn der Kleidersack hatte, trotz der „Einklapp“-Funktion, eine gewisse Größe. Doch wir haben selbstverständlich Aufklärung betrieben. Als die Leute wussten, was in dem Kleidersack war, haben sie uns gratuliert und freuten sich mit uns.

Für mich ist und bleibt es mein Kleid. Mein perfektes Kleid ♥

 

P.S. Natürlich hatte ich auch meine "magischen Vier". 
Etwas Altes: Die Ohrringe, die meine Mama bei ihrer Hochzeit mit meinem Papa trug
Eltwas Neues: Das Kleid
Etwas Geliehenes: Ein Armband meiner Trauzeugin (Danke Desi ♥)
Etwas Blaues: Mein Strumpfband (und meine Brautjungfer Laura ♥)
 

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