Februar 27, 2016

Dual studieren - was bedeutet das eigentlich?



Normalen Small Talk zu führen ist für mich, zumindest im Hinblick auf meine berufliche Laufbahn, immer etwas schwierig.  Das läuft dann oftmals so:

Person A: "Was machst du so beruflich?"
Ich: "Ich studiere im dualen System."
Person A: "Also bist du Student?"
Ich: "Es ist etwas komplizierter..."

Duale Studiengänge gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer. Leider unterscheiden sich auch die meisten extrem voneinander. Eine Freundin von mir studierte ebenfalls dual und doch war ihr Studium ganz anders als meines. 

Die meisten dualen Studiengänge haben ein einfaches Blocksystem - ähnlich wie in einer Ausbildung. Man hat Praxis- und Theorieblöcke, in denen  man jeweils als Vollzeitkraft arbeitet oder als Student Vorlesungen besucht und Klausuren schreibt. Die Länge der Blockphasen varriiert hierbei zwsichen 10 Wochen bishin zu 3 Monaten. Semesterferien exisitieren nur im Hinblick auf den Begriff "Vorlesungsfrei".

Ich selbst bin an einer Berufsakademie (University of Cooperative Education). D.h. das Studium hat nicht nur die duale Komponente Studium - Arbeit , sondern zusätzlich eine integrierte kaufmännische Ausbildung mit IHK Abschluss. Innerhalb des dreijährigen Studiums besucht man also alle zwei Wochen Samstatgs einen IHK Vorbereitungskurs, welchen die Berufschule, welche normalerweise erforderlich ist, ersetzt. Je nach Berufsakademie und zuständiger IHK hat man dann die Möglichkeit die Abschlussprüfung für den jeweiligen Ausbildungsberuf zu absolvieren und neben dem Bachelor noch eine IHK-anerkannte Ausbildung zu erhalten. Selbstverständlich müssen dafür alle Voraussetzungen für die Prüfung erfüllt werden (Betriebliche Ausbildung, bestimmte Anzahl an besuchten Stunden beim Vorbereitungskurs, Führen eines Berichtsheftes).

Beispiel:
2014 habe ich mein Studium Business Administration gestartet. Seit nunmehr zwei Jahren besuche ich, neben der Universität, den IHK Vorbereitungskurs meiner Berufsakademie (alle 2 Wochen samstags). Nach 2 Jahren darf ich nun im Sommer 2016 meine Abschlussprüfung zur Industriekauffrau absolvieren. Im Sommer 2017 beende ich mein Studium im 6. Semester.

Man erhält also zwei Abschlüsse innerhalb von 3 Jahren. Das Ganze ist selbstverständlich kein Zuckerschlecken. Wenn hinter dem Studium ein Unternehmen steht, welches Klausurnoten und Projektarbeiten überwacht, liegt schon eine gewisser Druck auf dem Auszubildenden. Im Gegensatz zu den meisten Studenten wissen duale Studenten zudem sicher, wann sie ihr Studium beenden werden, denn mit dem dazugehörigen Ausbildungsvertrag endet auch das Studienverhältnis. Selbstverständlich gibt es auch hier Ausnahmefälle, doch die Mehrheit der Studenten beenden ihr Studium an Berufsakademien innerhalb der vorgegeben Studienzeit (6 Semester).

Kostentechnisch steht man mit meinem dualen Studium meist auf der sicheren Seite. Viele Unternehmen zahlen die anfallenden Studiengebühren gerne, denn sie bilden für das eigene Unternehmen aus. Doch Vorsicht: Unternehmen haben keinerlei Pflicht die Studiengebühren zu übernehmen. doch auch das sollte keine Abschreckung sein, denn im Gegensatz zu den meisten Studenten wird man für sein Studium mit einer Ausbildungsvergütung bezahlt.

Alles in Allem kann ich duale Studiengänge nur empfehlen. Man hat eine gute Abwechslung wegen dem Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen und zeitgleich berufliche Erfahrung, welche auf dem aktuellen Arbeitsmarkt goldwert sein kann. Je nach Ausbildungsbetrieb erhält man Einblicke in viele verschiedene Bereiche eines Unternehmens erhält udn so einen guten Gesamtüberblick erhält. Dennoch darf man den damit verbundenen Arbeitsaufwand nicht unterschätzen. Die Dozenten vermitteln einem das Wissen eines ganzen Semesters innerhalb von wenigen Wochen. Das bedeuetet viel Nachbearbeitung und intensives Lernen. Denn bei den Klausuren verhält es sich nicht anders. Klausurenphase ist, zumindest in unserer Berufsakademie, auf zwei Wochen beschränkt. Innerhalb dieser zwei Wochen werden alle Klausuren des Semestern geschrieben - im 2. Semester waren das bei uns allein 6 Klausuren. Danach ist man platt, aber man weiß auch, was man getan hat. Im Notfall ist ein Verschieben der Klausuren möglich, davon wird jedoch abgeraten.

Ich hoffe mein kleiner Bericht hat etwas Aufklärung betrieben und manchen eventuell dazu angeregt, sich einmal mit dem Thema "Duales Studium" näher zu beschäftigen ♥


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen