Februar 03, 2016

Japanbericht Teil 6: Fushimi Inari Taisha in Kyoto

Nach fast 2 Jahren fällt mir auf, dass ich meine Reiseberichte zu Japan nie vollendet habe. Das kann ich nicht so stehen lassen - also folgen die nächsten Wochen endlich die restlichen Teile!

In unserer letzten Woche in Tokyo beschlossen wir einen Tagesausflug nach Kyoto zu machen. Allein für diesen haben sich bereits die Japan Rail Passes, welche wir uns bereits in Deutschland gekauft hatten, gelohnt. Mit dem Bento zum Vortag sind wir also um 7 Uhr morgens auf nach Kyoto!

Japan Rail Pass ist ein Bahnticket, welches speziell Touristen angeboten wird. Mit ihm ist es möglich zu einem günstigen Festpreis in einem festehn Zeitraum frei zu fahren. JR Passes können für verschiedene Zeiträume erworben werden:  7, 14, oder 21 Tage. Jenachdem welche Klasse man fahren will unterscheiden sich die Preise erneut. Per Post erhält man dann eine Art Gutschein, welche ihr in Japan in einem Reisezentrum (Tokyo z.B. am Bahnhof in Shibuya) gegen den Pass einlösen könnt. Beachtet jedoch, dass man den Pass nicht in Japan erwerben kann. Man muss ihn noch vor der Reise kaufen. Manche Fluggesellschaften bieten auch ein Kombiticket, bspw. ANA oder JAL. Lasst euch hier aber am Besten im Reisebüro beraten. Wichtig ist außerdem, dass ihr mit dem JR-Pass nicht jede Zuglinie bzw. Shinkansen nehmen könnt. Informiert euch also vor eurer Reise welchen Zug ihr nehmen könnt und welchen nicht. Weitere Informationen bekommt ihr hier

 In Kyoto angekommen erst einmal erschlagen von einem toll aufgebauten Bahnhof. Trotzdem konnte ich mich auch in der letzten Woche nicht so recht an die Menschenmassen gewöhnen. Mit einer Art S-Bahn sind wir dann auf zum Tempel - und zack hatten wir auch schon die Station verpasst. Also ausgestiegen und wieder eine Station zurück fahren. Denn tatsächlich ist die Station zum Inari-Schrein nicht so touristenlastig wie gedacht und daher leicht übersehbar (oder wir hatten einfach nur einheimische in der Bahn). 


Im Gegensatz zu Tokyo, wo die Bäume den Großteil ihrer Blüten bereits verloren hatte, blühter die Kirschblüte in Kyoto noch voll und ganz. Das macht den Spaziergang über das Tempelgelände noch ein wenig aufregender. Am Inari-Schrein hing mein Herz besonders, da ich den Roman "Die Geisha" von Arthur Roman als Jugendliche verschlungen habe. In der Verfilmung rennt die kleine Chiyo durch die Tori des Inari Schreins. Ich fand das damals so bezaubernd, dass ich dort auch einmal selbst gerne durchlaufen wollte. Genau das tat ich 2014 !

Der Fushimi Inari Schrein hat als Symbol die Kitsune, kleine weiße Füchse die sich überall auf dem Gelände wiederfinden. Doch neben diesen fanden sich bspw. auch Pferde (schließlich war 2014 das Jahr des Pferdes) in kleinen "Pavillions", in die man seine Visitenkarte reinwerfen konnte um für Glück im Beruf beten. Leider hatte ich keine meiner Karten dabei - da hätte ich sicherlich auch eine reingeworfen! Zudem werden viele Touristenattraktionen wie Kimonanprobe und ähnliches angeboten.
Das wohl beste Erlebnis ist jedoch das Wandern durch die Toris. Toris sind diese roten Bögen, welche den Fushimi Inari so berühmt gemacht haben. An den Toris stehen jeweils die Namen der Personen / Firmen, welche dieses Tori finanziert hat. Es gibt zudem mehrere Wege, die man durch das Gelände wählen kann. Verlaufen ist nicht möglich, solange man sich an den vorgegebenen Weg hält, jedoch variiert die Länge der verschiedenen Wege deutlich. Verteilte Karten auf den Pfaden zeigen jedoch an, welchen Weg man gewählt hat und wo man sich auf dem Gelände befindet. Wir sind auf unserem Weg unter anderem an einem kleinen, traditionellem Friedhof vorbei gekommen. Auf den Wegen findet sich nicht nur eine wundervoll anzusehende Flora und Fauna, sondern auch überall kleine Schreine, an denen man sich Glück wünschen oder beten kann. Der Fuchs ist dabei allgegenwärtig - selbst auf abgeschlagenen Pfaden finden sich kleine Fuchsfiguren.
Wir kamen am Ende in einer kleinen Touristenmeile raus, wo Omiyage (Souveniere) verkauft werden. 

Eigenlich wollten wir anschließend eine kleine Stadtrundfahrt durch Kyoto machen - eine Hop on Hop Off Tour wie in Tokyo gab es zwar, fuhr jedoch nur 2-3 mal am Tag vom Kyotoer Hauptbahnhof ab und dauerte 5 Stunden. Da wir uns auf einem Tagesausflug befanden hätten wir damit definitiv den letzten Zug nach Tokyo verpasst und kürzere Touren gab es leider keine. Also wurde noch ein wenig in den naheligeneden Geschäften gebummelt bis es dann abends wieder auf den Weg nach Tokyo ging!

Fazit: Nächstes Mal plane ich definitiv mehr Zeit für Kyoto ein. Doch der Rundgang im Schrein lohnte sich definitiv und ich empfehle jeden, der die Möglichkeit hat, diese wahrzunehmen und dem Fushimi Inari einen Besuch abzustatten.  



  






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